Monat: September 2021

Scheidung – ohne Trauma für die Kinder

Die 3 wichtigsten Regeln, damit die Kinder mit der Trennung besser klar kommen

Geht eine Ehe oder Beziehung in die Brüche, leiden die Kinder häufig sehr stark darunter. Doch eine Scheidung muss kein Trauma werden, wenn die Eltern diese drei wichtigen Grundregeln beachten:

Regel Nr. 1: Den Blick für die Kinder und deren Bedürfnisse nie aus den Augen verlieren.

Vor einer Trennung stand oftmals eine lange Zeit von Streit, Verletzungen, Kränkungen oder heftigen Enttäuschungen. Dies bedeutet für die Beziehungspartner eine stark belastende Zeit ist.

Schnell verliert man den Blick für die Kinder, die auch die lang anhaltenden Spannungen der Eltern beobachten und miterleben mussten. Klassische Symptome bei Kindern, die Schwierigkeiten bei der Verarbeitung der Trennung oder Scheidung der Eltern haben, sind Aggressivität, Trotz, Angst, sozialer Rückzug bis hin zur Depression.

Eltern sollten die Kinder unbedingt im Blick haben, auch wenn das eigene Gefühlschaos ständig in den Vordergrund drängt. Schenkt man den Kindern Nähe, Zeit und Aufmerksamkeit, führt dies zu Stabilität und hilft, mögliche Schwierigkeiten der Kinder rechtzeitig zu erkennen.

Damit die Trennung oder Scheidung die Kinder nicht für ihr eigenes späteres Beziehungsleben traumatisiert, müssen zu aller erst die Bedürfnisse der Kinder weiter respektiert werden. Kinder in Trennungssituationen erleben meistens das erste Mal im Leben die Angst vor dem Verlust bzw. Verlassen werden.

Daher ist es so wichtig, weiterhin für die Kinder da zu sein. Dies zum Beispiel durch das Zuschauen beim Sporttraining oder durch regelmäßige gemeinsame Unternehmungen.

Dies gibt Kindern Sicherheit und nimmt die Angst vor dem Verlust eines Elternteils.

Auch kann frühzeitig Hilfe – zum Beispiel einer Familienberatung – in Anspruch genommen werden. Besonders geschulte Mitarbeiter können Frühsymptome bei den Kindern erkennen und so weiteren Schaden abwenden.

Regel Nr. 2: Den Streit nicht vor den Kindern austragen!

Im Fall der Trennung und Scheidung ist es das absolute NO GO, den Streit in Anwesenheit der Kinder zu führen oder diese in den Konflikt sogar mit einzubeziehen.

Kinder sind nicht für den Konflikt der Eltern verantwortlich und wollen nicht für eine Seite Partei ergreifen müssen.

Wer sich ständig im Beisein der Kinder über den anderen Elternteil wegen der Fragen zum Unterhalt, Umgang, Vermögen oder anderem beschwert, beschädigt das Kindeswohl nachhaltig.

Kinder lieben ihre Eltern gleichermaßen, unabhängig von deren Differenzen auf der Beziehungsebene. Wer Kinder in diesen Konflikt mit reinzieht, bringt sie in einen schweren Loyalitätskonflikt.

Regel Nr. 3: Klare Absprachen treffen!

Treffen sie feste Absprachen und geben Sie ihren Kindern klare Strukturen. Kinder möchten auch im Fall einer Trennung der Eltern weiterhin Kontakt zu beiden Elternteilen haben.

Wichtig ist daher, dass auch dem getrennt lebenden Elternteil ermöglicht wird, die Beziehung zu den Kindern weiterhin zu pflegen. Dies erfordert feste und verbindliche Absprachen zwischen den Eltern. Nur so hat das Kind klare Strukturen, die ihm einen wichtigen Halt bieten.

Die Trennung bringt die Paare oftmals an die Grenzen ihrer Kooperationsbereitschaft. Aber auch hier gilt im Interesse und aus Rücksicht auf die gemeinsamen Kinder, dass die Erwachsenen die eigenen Befindlichkeiten hinten an stellen.

Nur so können sie im Interesse der Kinder zusammen arbeiten. Auf keinen Fall darf der Streit der Eltern auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

Sind von einer Trennung auch Kinder betroffen kann man den Eltern raten, sich Hilfe auch durch eine Mediation zu holen. In diesem Verfahren wird in erster Linie versucht, die Kommunikation zwischen den getrennt lebenden Partnern zu verbessern. So werden die Eltern in die Lage versetzt, losgelöst vom eigentlichen Paarkonflikt als Eltern weiterhin gemeinsam zu „funktionieren“.

Sprechen Sie mich bei Fragen gerne an und profitieren Sie von meiner langjährigen Erfahrung als Fachanwältin für Familienrecht und Mediatiorin.

Trennungsunterhalt

Welche Voraussetzungen gelten für den Trennungsunterhalt?

Trennungsunterhalt kann vom Zeitpunkt der Trennung bis zur Rechtskraft der Ehescheidung verlangt werden. Für die Zeit danach müssen die strengeren Voraussetzungen des nachehelichen Unterhalts geprüft werden.

Wesentliche Voraussetzung für den Anspruch auf Trennungsunterhalt ist zunächst, dass die Eheleute getrennt leben. Außerdem muss der Unterhaltspflichtige leistungsfähig sein und es dürfen keine Gründe vorliegen, nach denen der Anspruch auf Trennungsunterhalt verwirkt sein könnte.

Wie berechnet sich der Trennungsunterhalt?

Zunächst muss durch die Fachanwältin für Familienrecht das unterhaltsrechtlich relevante Einkommen beider Ehegatten ermittelt werden. Dies entspricht nicht immer dem erzielten Nettoeinkommen.

Gerade bei Selbständigen oder Unterhaltspflichtigen mit diversen Abzugspositionen ist die Einkommensermittlung für die Berechnung des Anspruchs auf Trennungsunterhalt sehr komplex und sollte unbedingt den Fachleuten überlassen bleiben.

Im Folgenden stelle ich Ihnen zwei vereinfachte Beispielsrechnungen dar, damit die wesentlichen Berechnungsgrundsätze nachvollzogen werden können:

Beispiel 1:
a) Unterhaltsrelevantes Einkommen des Mannes
Durchschnittliches Nettoeinkommen z.B. 3.000,00 EUR
abzgl. 5 % berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale) 150,00 EUR
Bereinigtes Nettoeinkommen 2.850,00 EUR
abzgl. Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle 2021 für ein 10-jähriges Kind, 4. Gehaltsstufe (519,00 EUR ./. 109,50 EUR Kindergeld), lebt bei der Mutter 409,50 EUR
Verbleiben 2.440,50 EUR
abzgl. 1/10 Erwerbstätigenbonus (Pauschale) 244,05 EUR
Unterhaltsrelevant 2.196,45 EUR

b) Unterhaltsrelevantes Einkommen der Frau
Durchschnittliches Nettoeinkommen aus Teilzeittätigkeit z.B. 1.500,00 EUR
abzgl. 5 % berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale) 75,00 EUR
Bereinigtes Nettoeinkommen 1.425,00 EUR
abzgl. 1/10 Erwerbsbonus (Pauschale) 143,00 EUR
Unterhaltsrelevant 1.282,00 EUR

c) Eheliche Lebensverhältnisse (a+b) 3.478,45 EUR
Unterhaltsbedarf (=1/2) 1.739,25 EUR
abzgl. Einkünfte Ehefrau 1.282,00 EUR

Unterhaltsanspruch 457,25 EUR

Beispiel 2:
a) Unterhaltsrelevantes Einkommen des Mannes
Durchschnittliches Nettoeinkommen z.B. 3.000,00 EUR
abzgl. 5 % berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale) 150,00 EUR
Bereinigtes Nettoeinkommen 2.850,00 EUR
abzgl. 1/10 Erwerbstätigenbonus (Pauschale) 285,00 EUR
Unterhaltsrelevant 2.565,00 EUR

b) Unterhaltsrelevantes Einkommen der Frau
Die Frau war während der Ehe ohne Erwerbstätigkeit und erzielt kein Einkommen 0,00 EUR

c) Eheliche Lebensverhältnisse (a+b) 2.565,00 EUR
Unterhaltsbedarf (=1/2) 1.282,50 EUR
abzgl. Einkünfte Ehefrau 0,00 EUR

Unterhaltsanspruch 1.282,50 EUR

Ab welchem Zeitpunkt kann ich Trennungsunterhalt verlangen?

Unterhalt kann nur für die Zeit ab der Trennung gefordert werden. Außerdem muss der Unterhaltspflichtige zur Zahlung aufgefordert werden.

Die Zahlungsaufforderung sollte möglichst nachweisbar, somit schriftlich erfolgen.

Mediation: Konfliktlösung im Unternehmen

Konfliktlösung durch Mediation lohnt sich für Unternehmen immer dann, wenn Menschen, die miteinander ein Problem haben, das Interesse teilen oder darauf angewiesen sind, den Streit gemeinsam und nachhaltig zu lösen.

Typischerweise kommt Mediation zur Konfliktlösung im Unternehmen dann zum Einsatz, wenn z.B. unter GeschäftsführerInnen, Team- und AbteilungsleiterInnen aber auch auf Mitarbeiterebene Auseinandersetzungen oder Schwierigkeiten aufkommen.

Bleiben aufkommende Schwierigkeiten oder Konflikte unbearbeitet, kann dies schnell dazu führen, dass ein eigentlich kleines Problem weitere Kreise zieht und den Geschäftsbetrieb nachhaltig stört.

Die Mediatorin hilft dabei, den Konflikt zu lösen, in dem sie schwierige Gespräche moderiert und entsprechend strukturiert. So werden weitere Missverständnisse, die oft Ursache eines Streites sein können, verhindert.

Zu Beginn der Mediation werden gemeinsame Ziele der Beteiligten festgelegt. Die Mediatorin behält diese während des gesamten Ablaufs im Blick, achtet auf respektvollen Umgang miteinander und gibt jedem Beteiligten ausreichend Raum zur freien Äußerung seiner Belange.

Dadurch wird ein etwaiges Ungleichgewicht in den Verhandlungspositionen vermieden. Die Lösungsfindung steht im Vordergrund.

Gerade in emotional aufgeladenen Situationen oder wenn verschiedene Persönlichkeitsstrukturen über längeren Zeitraum miteinander arbeiten müssen, können sich schleichend Konfliktprozesse entwickeln. Diese sind dann nicht mehr allein auf der Sachebene zu lösen. Hier bietet die Mediation das geeignete Verfahren, um diese Umstände aufzudecken, zu benennen und somit die Zusammenarbeit der Beteiligten neu zu ordnen.

Dieses Vorgehen erweist sich für das Unternehmen deswegen gewinnbringend, weil die Parteien in die Lage versetzt werden, zukünftig unbelastet weiter zusammen zu arbeiten.

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